Zungenband

Ein großer Bestandteil in unserer täglichen Hebammenarbeit ist die Unterstützung und Förderung des Stillens. Wir tun dies aus Überzeugung, sind wir doch beide (Hanna und Katrin) ebenso Mütter, die gestillt haben. Selbstverständlich unterstützen wir die Familien bei jedem Weg der Ernährung, den sie für sich entscheiden!
 
Das Stillen ist im besten Fall gleichzeitig eine wunderschöne emotionale Zeit, aber vor allem die normale Ernährungsform für Menschenkinder. Und das Allerwichtigste ist: Stillen tut nicht weh! Natürlich muss sich die Brust erst einmal daran gewöhnen, dass nun immer wieder ein kleiner Mensch daran saugt, aber wenn das Stillen tatsächlich richtig schmerzhaft ist, dann stimmt etwas nicht! Oft lässt sich besonders am Anfang die ein oder andere Schwierigkeit gut optimieren, dabei helfen wir Euch sehr gerne!
 
Manchmal kann aber auch ein anatomisches Hindernis wie z.B. ein zu kurzes Zungen-, Lippen- oder Wangenband ein entspanntes Stillen erschweren. Eine besondere Bedeutung nehmen dabei sicher die Zungenbänder ein. In der Embryonalentwicklung sind Zunge und Mundboden miteinander verbunden. Bis zur 12. Schwangerschaftswoche trennen sich die Schichten durch programmierten Zelltod voneinander. Dabei bleibt ein Band mittig zwischen der Unterseite der Zunge und dem Mundboden bestehen. Es ist sehr unterschiedlich, wie weit sich dieses Band im Rahmen des Zelltods nach hinten in Richtung Ansatzpunkt der Zunge zurück zieht bzw. wie viel davon am Ende noch stehen bleibt.
Dieses Zungenband kann aus Schleimhaut, Fascie und/oder Muskulatur bestehen und dadurch unterschiedlich in Dicke, Konsistenz und Ansatzpunkt sein. Es gibt die gut sichtbaren, oft schon vorne an der Zungenspitze ansetzenden Bänder, aber auch die weit hinten an der Zunge und manchmal auch unter der Schleimhaut verborgenen Bänder. Nicht jedes vorhandene Band macht ein Problem! Wichtig ist eine genaue Anamnese, Diagnostik, Stillbeobachtung sowie ein Funktionstest bezüglich Zungenbeweglichkeit in alle Richtungen. Nur dann kann man eine Aussage darüber treffen, ob ein Band restriktiv (also die Bewegung einschränkend) ist oder nicht.
 
Ein restriktives Band kann für Mütter und Kinder vielfältige Schwierigkeiten machen. Als häufigste genannt sind hier auf Seiten der Mutter: Stillprobleme, Schmerzen, Brustentzündungen, Soor uvm.
Auf Seiten des Kindes vor allem: mangelnde oder sehr starke Gewichtszunahme, Schnarchen bis hin zu Schlafapnoen, Neigung zu Allergien und/oder Bronchitis durch Mundatmung, Zahnfehlstellungen, Sprachschwierigkeiten, Migräne, vermehrt Blähungen, Reflux uvm.
 
Katrin hat sich in vielen Fortbildungsstunden auf dem Gebiet der oralen Restriktionen zur Fachkraft weiterqualifiziert und ist bei der Deutschen Fachgesellschaft für orale Restriktionen DEFAGOR e.V. als solche gelistet. Sie bietet neben Stillbeobachtung, Anamnese und ausführlicher Erst-Diagnostik auch einen Funktionstest an. Sie hat ein Netzwerk von Fachpersonen in der Nähe aufgebaut, die sich ebenfalls im Bereich oraler Restriktionen weitergebildet haben. Zu diesen gehört eine Stillberaterin und Logopädin, mehrere Osteopathinnen und auch ein Zahnarzt, der die eigentliche Trennung der Bänder mittels CO2-Laser durchführt.
 
Zur Vorbereitung auf die Trennung gehört in der Hebammenpraxis neben der Optimierung des Still- und Pumpmanagements auch die Körperarbeit (um die evtl. Kompensationsmuster abzubauen) sowie das Üben des aktiven Wundmanagements mit den Eltern. Außerdem werden wir im Team gemeinsam den geeigneten Zeitpunkt für die Frenotomie besprechen. Katrin wird bei der eigentlichen Trennung in der Zahnarztpraxis dabei sein und auch anschließend die Nachbegleitung übernehmen. Dabei wird natürlich nach der Wundheilung geschaut und weiter mit den Eltern das aktive Wundmanagement geübt, das Stillen gefördert und damit der Umlernprozess des Saugens für die Kinder unterstützt. Auch dabei hilft uns wieder die Körperarbeit, ggf ergänzend dazu auch die Logopädie.
 
Alles in allem ist die Trennung eines zu kurzen Zungen-, Lippen- und oder Wangenbandes ein Prozess und ganz sicher #notaquickfix! Wenn Ihr Fragen dazu habt, kontaktiert Katrin gerne jederzeit.

Eine intensive Beratung beim Erstgespräch kostet 20€ pro 15min, in der Regel wird 1-1,5h dafür benötigt. Die Betreuung nach der Frenotomie wird über die Krankenkasse abgerechnet.
 
Partner im Netzwerk sind:
www.praxis-vanblericq.de (trennender Arzt Nikolai van Blericq)
 
www.defagor.de (bundesweites Netzwerk für orale Restriktionen)
 
www.stillzeit.online (Stillberaterin und Logopädin Sarah Meisenfelder)
 
www.osteopathie-aaza.de (Osteopathin Katrin Aaza)
 
Osteopathin Elena Frank